Das Kapitel im Überblick

Keine Macht ohne Verantwortung

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Keine Macht ohne Verantwortung – so lautet der Titel eines Kapitels in dem Buch „Weiter. Denken. Ordnen. Gestalten“, das im Herbst 2019 erscheint. Darin äußern sich renommierte Persönlichkeiten aus Politik und Wissenschaft wie Michail Gorbatschow, Parag Khanna, Janka Oertel und Dingding Chen zu Herausforderungen der internationalen Politik sowie globalen Wirtschaftsverflechtungen. Zentral ist dabei die Frage, welche Verantwortung politische und wirtschaftliche Macht mit sich bringt und wie wir damit umgehen.

Asien wird das Wachstum der Weltwirtschaft anführen.

Der frühere Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, hebt in seinem Beitrag die Notwendigkeit einer grundsätzlichen Verantwortung von internationalen Politikern hervor: Die Pflicht, für ein friedliches Zusammenleben der einzelnen Nationen zu sorgen. Schließlich lebten wir als Menschheit gemeinsam auf einer Welt. Die Abschaffung von Atomwaffen gehört daher seit Jahrzehnten zu Gorbatschows zentralen Forderungen.

Einer ähnlichen Verantwortung müssen sich aktuell viele asiatische Länder stellen. Sie haben sich in den vergangenen Jahrzehnten von Schwellenländern zu führenden Wirtschaftsnationen entwickelt. Länder wie Indien und China spielen deshalb auf der weltpolitischen Bühne eine immer bedeutendere Rolle. Was das für das Zusammenspiel zwischen Macht und Verantwortung bedeutet, erörtern die international tätigen Politikwissenschaftler Parag Khanna, Janka Oertel und Dingding Chen aus pan-asiatischer, europäischer und chinesischer Sicht für das Kapitel.

Der indisch-amerikanische Politologe Parag Khanna betont die positiven Aspekte einer wirtschaftlichen Erstarkung des asiatischen Kontinents, zeigt jedoch auch Herausforderungen der künftigen internationalen Zusammenarbeit auf. Denn auch wenn der Westen versuche, Asiens Öffnung zu forcieren, sähen die Asiaten hingegen ein gemeinsames Interesse an einer stärkeren Entkopplung. Eine ausführlichere Zusammenfassung des Beitrags von Parag Khanna lesen Sie hier. Zudem war Parag Khanna kürzlich in Berlin und fasst in diesem Thesenvideo die neue Vorherrschaft Asiens aus seiner Sicht zusammen.

Der chinesische Wissenschaftler Dingding Chen ist ebenfalls davon überzeugt, dass das aufstrebende Asien das Wachstum der Weltwirtschaft anführen wird. Das gemeinsame Eigentum und die synchronisierte Entwicklung brächten jedoch Wettbewerb innerhalb und außerhalb der Region mit sich. Es gibt Fallen und Herausforderungen in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Sicherheit, die Chen in seinem Beitrag anschaulich aufzeigt. Mehr zu seinem Buch-Beitrag finden Sie hier: Der Aufstieg Asiens in der Analyse. Auch Dingding Chen hat kürzlich Berlin besucht und im Video über Europas Vermittler-Rolle zwischen Ost und West gesprochen.

Da in Deutschland Wirtschaft und Politik noch mehr als in anderen Ländern auf China gesetzt und sich stets eines ausgesprochen engen Verhältnisses zu Peking gerühmt haben, komme Berlin bei der Weiterentwicklung der Beziehungen zu China eine besondere Rolle zu, konstatiert Janka Oertel in ihrem Beitrag aus deutscher Sicht. Denn eine – und sei es nur teilweise – Entkopplung der globalen Volkswirtschaften hätte gravierende Auswirkungen auf Deutschlands Wirtschaftsleistung. Wie China Europa und insbesondere Deutschland herausfordert, lesen Sie hier weiter.

Das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA nimmt die Politologin Constanze Stelzenmüller unter die Lupe. Als Expertin für europäische und transatlantische Außen- und Sicherheitspolitik erörtert sie die Frage, welchen Anteil Deutschland zu verbesserten transatlantischen Beziehungen beitragen kann – in einem Buchbeitrag sowie im Rahmen unserer geplanten Podcastreihe „Weitergedacht“. Mehr zu ihrem Buchbeitrag lesen Sie bereits hier: Europas Bündnis mit den USA zerbröselt.

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